![]() |
Die Landesverkehrswacht Schleswig-Holsteintrauert um ihren EhrenpräsidentenLothar LambDie Verkehrswachtorganisation hat ihm viel zu verdanken und trauert um einen wertvollen Menschen. |
Presse
„Toter Winkel“ erstaunt Besucher
„Seit über vierzig Jahren fahre ich Auto und weiß, dass jedes Auto einen toten Winkel hat. Aber so groß hatte ich ihn beim LKW nicht eingeschätzt“, staunt ein Besucher auf dem Großflecken in Neumünster. Die Landesverkehrswacht hatte einen Verkehrssicherheitstag mitten in der Innenstadt genutzt um mit LKW und Planen den toten Winkel zu verdeutlichen. Viele Besucher, die eigentlich nur in der Stadt einkaufen oder bummeln wollten, wurden von dem LKW mitten in der Fußgängerzone angezogen. Besonders attraktiv war es, selbst auf dem Bock des LKW zu klettern und zu sehen, dass man eben nichts sieht – jedenfalls nicht in dem Bereich des toten Winkels. Sogar ein Auto kann dort abgestellt werden ohne dass der Fahrer es sehen könnte. Neu war für viele Besucher auch die Anzahl der toten Winkel. Rechts und links war vielen noch klar, auch der tote Winkel hinten wurde von einigen benannt. Der tote Winkel vorne dagegen war für etliche eine neue Erkenntnis.
Kurze Fahrten des LKW mit Abbiegen und aufgestellten Hindernissen im toten Winkel wie Fahrräder oder Schaufensterpuppen machen ganz drastisch klar, was passiert, wenn man sich in diesem Bereich eines abbiegenden Sattelschleppers aufhält. Diese Vorführung bleibt auch nicht ohne Wirkung. So meinte der eingangs erwähnte Besucher: „Als Fußgänger und Radfahrer werde ich an jeder Ecke jetzt besonders aufmerksam sein, wenn ein Fahrzeug in der Nähe ist. Und auf der Autobahn werde ich mich ganz anders fühlen, wenn ich neben einem LKW herfahre. So eine tote Winkel Vorführung sollte eigentlich jeder mitmachen, bevor er den Führerschein ausgehändigt bekommt.“
Das werden wir als Verkehrswacht wohl nicht erreichen, aber wir legen in Schleswig-Holstein sehr viel Initiative in die Vermittlung der Gefahr „toter Winkel“ – schon in der Kita, in der Schule und dann eben auch bei vielen öffentlichen Vorführungen.
Alte Hasen – neue Regeln
Verkehrsregeln unterliegen einer ständigen Weiterentwicklung. Ihre Einhaltung ist entscheidend, ob es zu einem Verkehrsunfall kommt oder nicht. Häufig werden die Unfälle durch falsches Verhalten bei komplexen Situationen verursacht.
Daher bietet die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein einen Sicherheitskurs speziell für Autofahrer an, die schon vor Jahrzehnten ihren Führerschein erworben haben.
Unter dem Titel „Alte Hasen – neue Regeln“ werden in Nordrhein-Westfalen Verkehrssicherheitsveranstaltungen bereits seit einigen Jahren durchgeführt.
Mit dem gleichen ansprechenden Motto hatte Rolf Greulich in seiner früheren Funktion als Leiter des Verkehrsdienstes der Polizei Bochum und als Vorsitzender der Verkehrswacht Bochum einen zweiteiligen Sicherheits-Kurs initiiert und in Bochum erfolgreich umgesetzt.
Nunmehr in Schleswig-Holstein im Ruhestand und in der Landesverkehrswacht engagiert, hat er das Konzept mit in den Norden gebracht. Auch hier stößt der Kurs auf gute Resonanz.
Der Sicherheitskurs besteht aus zwei Modulen:
In Modul 1 werden zu Beginn die alterstypischen Leistungseinschränkungen und deren Bedeutung bei der aktiven Teilnahme am Straßenverkehr erörtert. Die danach folgenden Verkehrsregeln werden anhand von konkreten Verkehrssituationen besprochen. Dazu fotografiert Rolf Greulich vorher Verkehrssituationen aus dem jeweiligen Umfeld in Abstimmung mit dem polizeilichen Unfall-Lagebild.
Ergänzende Themen orientieren sich an den zuvor erfragten Interessen der Teilnehmer. Dies sind z. B. Vorfahrtsregeln, über die oftmals trotz vieler Jahre Fahrpraxis noch Unsicherheit herrscht, das richtige Verhalten bei Wildunfällen oder wie bildet man eine Rettungsgasse. Das „Reißverschluss-Verfahren“, das eigentlich so einfach ist und offenbar doch von so wenigen gekannt ist, kann ebenso Thema sein wie die Regelungen in verkehrsberuhigten Bereichen. Daneben werden auch Vorschriften behandelt, die es zur Zeit des Führerscheinerwerbs möglicherweise so noch nicht gab wie der Grün-Pfeil für Rechtsabbieger oder wann blinke ich beim Kreisverkehr.
In Modul 2 stehen die Themen „Technik“ und „Fahrassistenzsysteme“ im Vordergrund. Beide Themen spielen bei älterwerdender Bevölkerung eine große Rolle, da sie das Fahren erleichtern und die Sicherheit erhöhen. Oftmals sind viele dieser Hilfs-/Unterstützungs-Systeme nicht genügend bekannt: man hat zwar schon mal davon gehört, sich aber nicht wirklich damit befasst.
Zum besseren praktischen Verstehen und Erleben der neuen Technik findet der zweite Teil des Sicherheitskurses in einem Autohaus statt.
Das neue Verkehrssicherheits-Angebot ist auch in SH bereits gut angelaufen, mit der Nachfrage ist Herr Greulich auch im „Ruhe“stand gut beschäftigt…

