Sichtbarkeit im Visier Verkehrsminister Buchholz eröffnet den Licht-Test 2019

Mit Beginn der dunklen Jahreszeit liegt das Augenmerk bei Verkehrskontrollen auf der Beleuchtung der Fahrzeuge – die Blender werden aus dem Verkehr gezogen. Wer sichergehen will, dass sein Fahrzeug im einwandfreien Zustand ist, sollte also vorher Scheinwerfer und Co. beim Licht-Test in einem Mitgliedsbetrieb der Kfz-Innungen überprüfen lassen.

Der diesjährige Licht-Test wurde am 30. September von Verkehrsminister Bernd Buchholz eröffnet. Mit dabei waren Michael Ihle (Landespressesprecher Kfz-Gewerbe Schleswig-Holstein), Elisabeth Pier (Geschäftsführerin Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein), Jan-Nikolas Sontag (Geschäftsführer Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein) und Uwe Thöming (Landespolizeiamt).

Warum der Licht-Test heute noch von so großer Bedeutung ist, erklärt der Verkehrsprofi Uwe Thöming: „Der Lichttest leistet einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit, denn einwandfreies Licht verringert das Unfallrisiko. Besonders gefährlich sind Defekte bei der Beleuchtung nach vorne. Sowohl zu hoch, als auch zu tief eingestellte Scheinwerfer können schnell zu kritischen Verkehrssituationen führen.“ Elisabeth Pier von der Landesverkehrswacht bestätigt das: „Im Morgengrauen, genauso wie am frühen Abend haben wir ein erhöhtes Verkehrsaufkommen – und in der Dunkelheit bzw. Dämmerung ereignen sich mehr Unfälle. Die Verkehrssicherheit jedes einzelnen könnte enorm gesteigert werden, wenn es weniger „Blender und Einäugige“ auf den Straßen gäbe.“ Da hilft der jährliche kostenlose Licht-Test. Die Bilanz aus dem vergangenen Jahr gibt allerdings für Schleswig-Holstein noch keine Entwarnung: fast 40% der Fahrzeuge hatten Mängel an der Lichtanlage, so waren z. B. bei fast jedem dritten Fahrzeug die Hauptscheinwerfer defekt.

„Das lässt sich oft schnell (und kostenlos) beheben,“ weiß Michael Ihle, „nur wenn Ersatzteile eingebaut oder umfangreiche Einstellarbeiten notwendig sind, fallen Kosten an.“ Insofern ist mit wenig Aufwand ein enorm großer Effekt für die Sicherheit auf den herbstlichen Straßen erreicht. Ein guter Grund, warum Verkehrsminister Buchholz gerne der Aktion den Rücken stärkt: Trotz allen technischen Fortschritts ist leider kein Trend zur Besserung der Mängelquote erkennbar. Die Aktion Licht-Test hilft, die Notwendigkeit einer einwandfreien Fahrzeugbeleuchtung in Erinnerung zu rufen. Jeder sollte sich klarmachen, dass das im Zweifel sogar lebensnotwendig sein kann.“ so Buchholz. Mit großen Bannern an Autobahnbrücken wird zusätzlich auf die Verkehrssicherheitsaktion aufmerksam gemacht.

Damit Autofahrer sicher unterwegs sind, sollten sie ihr Licht am Auto checken lassen – auch an Kleinlastern und Nutzfahrzeugen! Vom 1. bis 31. Oktober ist der Licht-Test kostenlos in allen Meisterbetrieben der Kfz-Innungen in ganz Schleswig-Holstein.

Auftaktveranstaltung: Prüfung für den „Fahrradführerschein“ in Bad Segeberg

Rund um die Heinrich-Rantzau-Schule in Bad Segeberg gab es heute ungewohnte Betriebsamkeit rund um das Fahrrad: für 100 Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen stand heute die praktische Prüfung für den Fahrradführerschein an.

Diese Fahrradprüfung in Bad Segeberg ist die landesweite Auftaktveranstaltung der Aktion Sattelfest für das Schuljahr 2019/2020.

Jedes Jahr legen rd. 27.000 Schüler/innen aller 4. Klassen an schleswig-holsteinischen Grundschulen eine theoretische und fahrpraktische Ausbildung für den sogenannten „Fahrradführerschein“ ab.

Die Heinrich-Rantzau-Schule in Bad Segeberg richtete in diesem Jahr in Zu­sammen­arbeit mit Polizeiverkehrs­lehrer Schlichting   die offizielle Sattelfest-Veranstaltung für die Landes­verkehrs­wacht Schleswig-Holstein aus mit der praktischen Fahrprüfung und der dazugehörigen Aktion „Pass auf: toter Winkel“. Durchgeführt wurde die Aktion „Toter Winkel“ durch die Unterstützung des Wege-Zweckverband Bad Segeberg.

Ebenso wurden die Kinder auf die Gefahren der Handy-Nutzung im Straßenverkehr aufmerksam gemacht und erhielten Briefe „weil ich euch liebe“ für ihre Eltern. Darin können sie ihre Eltern bitten, sich ebenfalls im Straßenverkehr nicht durch das Handy ablenken zu lassen.

Die schulische Radfahrausbildung erreicht mit dem Fahrradführerschein für die 4. Klassen einen wichtigen Markstein: ab jetzt sind die Schülerinnen und Schüler fit, sich eigenverantwortlich mit dem Fahrrad im Verkehr zu bewegen. Die Landesverkehrswacht legt deswegen auch großen Wert darauf, dass die Fahrradprüfung in der Regel im öffentlichen Verkehrsraum abgenommen wird. Allerdings kann die Prüfung auch im geschützten Bereich eines Verkehrsübungsplatzes abgelegt werden, damit wirklich alle Kinder eines Jahrganges den Fahrradführerschein machen können.

Diese wichtige Verkehrssicherheitsmaßnahme wird im Rahmen der Landeskampagne „Sicher kommt an!“ vom Verkehrsministerium gefördert. Finanzieller Hauptträger für das gesamte Radfahrprüfungsmaterial (Prüfbögen, Ausweise, Aufkleber) in Schleswig-Holstein ist die Provinzial Nord. Polizeibeamte führen die Prüfungen an den Schulen durch.

Beweg­grund aller Partner ist das hohe Unfallrisiko Rad fahrender Kinder in Schleswig-Holstein. „Schleswig-Holstein verfügt über ein gut ausgebautes Radwegenetz. Gleichwohl sind die Kinder hierzulande als Radfahrer hoch gefährdet. Die Zahl der verunfallten jugendlichen Radfahrer ist im letzten Jahr mit 650 Kindern wieder um 18 Kinder angestiegen und stieg damit gegenüber dem Vorjahr um 2,8 %. Diese Zahlen betonen die Notwendigkeit einer guten Radfahrausbildung in den 4. Klassen“, betonte Dietmar Benz, Präsident der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein, den hohen Stellenwert der Aktion.

“Wenn durch unser Engagement nur ein Kind weniger verunglückt, haben wir unglaublich viel erreicht”, unterstrich Marlis Stagat, Bezirkskommissarin der Provinzial in Bad Segeberg die Bedeutung der Aktion. “Unser Dank geht an alle Mitwirkenden: an die Polizei, an die engagierten Lehrer, die die Kinder im Unterricht auf diese Prüfung vorbereitet haben und an alle Eltern, die mitgeholfen haben.  Jede Unterstützung zugunsten der Sicherheit unserer Kinder zählt. Da wir uns als öffentlicher Versicherer der Region und den Menschen hier verbunden fühlen, unterstützen wir diese wichtige Aktion bereits seit 1991”, sagte Marlis Stagat.

Alle teilnehmenden  Kinder erhielten von Marlis Stagat, Provinzial, ein reflektierendes Klackband, und die Heinrich-Rantzau-Schule in Bad Segeberg von der Landesverkehrswacht als Dankeschön für die Ausrichtung der Veranstaltung einen Verkehrsteppich mit Zubehör für die praktische Vorbereitung bei der Radfahrausbildung

Achtung, „toter Winkel“ Großveranstaltung in Flensburg

Auf der Exe in Flensburg veranstaltet die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein heute ein Modellprojekt. 11 große LKW und doppelt soviele Schulklassen befassen sich mit der Aufklärung über die Gefahren des „Toten Winkels“. Dazu sind alle LKW mit Planen ausgestattet, die an der Beifahrerseite ausgelegt die Fläche der Unsichtbarkeit im toten Winkel sichtbar machen. In 2 Durchläufen können alle Klassen „ihren“ LKW besichtigen, mit dem Fahrer sprechen und die Kinder selbst vom Fahrersitz aus sehen, wie wenig sie im Bereich des toten Winkels sehen können.

Umrahmt werden beide Durchgänge von zwei Mitmach-Liedern „Sebastian, der LKW-Fahrer“ und der „tote Winkel“, die der Liedermacher Grünschnabel (Burkhardt Wegner) im Auftrag der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein für das Projekt „Achtung: toter Winkel“ erdacht und vertont hat. Diese Lieder liegen für die weitere Nutzung der Schulen auf CD vor.

Die Entwicklung des Projektes erfolgte in enger Kooperation mit dem dänischen Logistik-Partner ITD (Brancheorganisation for den danske vejgodstransport). Seit 2015 führt das Unternehmen das Projekt „Lastbil-karavanen“ sehr erfolgreich, und zwar landesweit in Dänemark durch.

Der „tote Winkel“ führt immer wieder zu schweren, oft tödlichen Unfällen. Trotz aller Aufklärungsarbeit und aller technischen Erneuerungen, wie zum Beispiel Abbiege-Assistenz-Systeme und Connectivity-Systeme – spielt der sog. „Tote Winkel“ bei allen Fahrzeugarten eine nach wie vor unterschätzte Gefahr.

Insbesondere beim Spurwechsel, vor allem aber beim Rechtsabbiegen können die „Tote-Winkel-Zonen“ bei Fahrzeugen zu schweren Unfällen führen. Vornehmlich sind die sog. „ungeschützten Verkehrsteilnehmer“ , also Fußgänger und Radfahrer, davon betroffen.

Die Aktion richtet sich gezielt an die Klassen der Schulanfänger: Auf spielerische, kindgerechte Art sollen die Erstklässler an die möglichen Gefahrensituationen, die sich generell beim Rechtsabbiegen an Kreuzungen und Einmündungen durch den „Toten Winkel“ ergeben können, herangeführt werden.

Hauptintention ist natürlich, zukünftige Unfälle – verursacht durch den „Toten Winkel“ – im Straßenverkehr zu verhindern.

Anders, als bei vielen anderen Projekten zur Verkehrserziehung, ist der Ansatz, alle Beteiligten in das Szenario mehrperspektivisch einzubeziehen. In Anlehnung an die „Lastbil-karavanen“ wird der Lkw-Fahrer („Sebastian“) quasi aus seiner „Anonymität“ geholt und als das dargestellt, was er letztendlich auch im alltäglichen Leben ist: ein Berufskraftfahrer, der täglich Waren liefert, ohne dass die gegenwärtige Wirtschafts- und Gesellschaftsform nicht möglich wäre.

„Sebastian“ wird dadurch „vermenschlicht“, dass er gleichzeitig Familienvater ist und er als Berufskraftfahrer seinen Lebensunterhalt verdient.

Die anwesenden LKW-Fahrer stellen ihr Berufsfeld dar. Sie erläutern ihren Arbeitsplatz, berichten über die Waren, die sie transportieren, zeigen die Fahrzeugtechnik und stellen die besonderen Risiken („Toter Winkel“) gemeinsam mit den Moderatoren der Landesverkehrswacht dar.

Dem LKW-Fahrer „Sebastian“ ist dann auch ein eigener Song auf der CD der Landesverkehrswacht gewidmet, der zweite Song befasst sich dann mit dem eigentlichen Problem „toter Winkel“. Die CD enthält mehrere Fassungen der beiden Lieder, so dass sie neben dem Verkehrsunterricht auch für Musik und Chorgesang oder für spezielle Auftritte genutzt werden können.

Mit diesem Modellprojekt will die Landesverkehrswacht die Lücke zwischen der Verkehrserziehung in der Kita und der „tote Winkel“-Schulung im Rahmen des Fahrradführerscheines in den 4. Klassenstufen schließen, damit allen Kindern die Gefahren des „toten Winkels“ bewußt sind.

Wir danken ganz herzlich Allen, die diese Aktion durch Gestellung von LKW und Fahrern oder durch gute Versorgung möglich gemacht haben – vor allem:

Stefanie Abel Transporte GmbH, Flensburg

HP Therkelsen A/S, Padborg

Nord-Schrott GmbH & Co KG, Flensburg

Klaus+Co NAS Nutzfahrzeuge GmbH

Christian Carstensen GmbH & Co KG, Handewitt

Ove Oehler Spedition GmbH & Co KG, Handewitt

Dahlgaard & Co GmbH, Handewitt

Bäckerei Meesenburg GmbH, Flensburg

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