Schafe auf der Weide

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz übergibt die neuen „Zebra-Materialien“

Hoher Besuch in der Fritz-Reuter-Schule in Kiel-Friedrichsort: Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz übergab der 1. Klasse symbolisch für alle Schulanfänger im Land das Lernheft zur Verkehrserziehung „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ und der Klassenlehrerin Frau Faß ein Plüsch-Zebra und eine Zebra-Handpuppe, die die Klasse durch den Verkehrsunterricht begleiten soll. Das „kleine Zebra“ hat eine Frischekur hinter sich: die seit vielen Jahren in den ersten Klassen eingesetzten Materialien „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ wurden grundlegend überarbeitet und modernisiert.

 

Schon in den letzten Wochen im Straßenbild zu sehen waren die Plakate Schulanfänger = Verkehrsanfänger, die wie die Bilder im Lernheft von dem Illustrator Wolfgang Slawski liebevoll gezeichnet wurden.

 Für rund 25.000 Schulanfänger hat in Schleswig-Holstein der Ernst des Lebens begonnen. Und der besteht nicht nur darin, früh aufzustehen und pünktlich in der Schule zu sein. Er besteht wesentlich auch darin, sich im Abenteuer „Straßenverkehr“ richtig zu verhalten, um heil zur Schule und zurück zu kommen. Die kleinen Schulanfänger sind auch Verkehrsanfänger und bewegen sich noch unsicher im Straßenverkehr. Sie können Entfernung und Geschwindigkeit eines Fahrzeugs nicht richtig einschätzen. Sie sind leicht zu übersehen und können selbst  nicht über parkende Autos hinwegschauen. Zudem lassen sich Kinder leicht ablenken.

Aus diesem Grund verteilt die Landesverkehrswacht mit finanzieller Unterstützung des Verkehrsministeriums und der Sparkassen seit über einem Jahrzehnt an alle Kinder, die in die Schule kommen, das Verkehrsübungsheft „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“, das in diesem Jahr grundlegend überarbeitet und neu gestaltet wurde. Spielerisch werden unterschiedlichste typische Situationen im Straßenverkehr, insbesondere auf dem Schulweg vermittelt und damit ein wichtiger Beitrag zur Verkehrserziehung geleistet. Die Lernbroschüre soll von den Lehrkräften zu Beginn der Schulzeit zur Verkehrserziehung innerhalb des Unterrichtes genutzt werden.

„Auch in der Schule sollen die Kinder gleich von Anfang an das sichere Verhalten im Straßenverkehr lernen. Mit geeigneten Materialien und unter Anleitung der Lehrkräfte ist die Verkehrserziehung ein wichtiger Baustein für die Sicherheit im Straßenverkehr“, betont Dietmar Benz, Präsident der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. Dafür hat die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein „Das kleine Zebra auf dem Schulweg“ entwickelt.

Seit vielen Jahren sind die Sparkassen ein verlässlicher Partner der Landesverkehrswacht. „‘Das kleine Zebra auf dem Schulweg‘ vermittelt den Erstklässlern spielerisch, wie sie sich richtig kleiden, wie sie gefahrlos die Straße überqueren und sich richtig im Auto oder Schulbus verhalten. Das wird von den Kindern gut angenommen und trägt wesentlich zur Sicherheit unserer Kinder im Straßenverkehr bei. Jeder Euro, den wir in die Sicherheit unserer Jüngsten investieren, ist ein gut investierter Euro“, begründet Sönke Biß, Regionaldirektor für den Filialverbund Friedrichsort, das langjährige Engagement der Sparkassen.

Verkehrsminister Dr. Bernd Buchholz ergänzte: „Trotz aller Gefahren im Straßenverkehr ist es wichtig, dass Kinder lernen, den Weg zur Schule oder nachmittags zu Freunden allein zu bewältigen. Denn jeder selbst gemeisterte Weg fördert die Entwicklung des Kindes und schult das richtige Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr.“ In Richtung der Eltern appellierte Buchholz:  „Um Gefahren vorzubeugen, sollten Sie den Schulweg mit Ihren Kindern  üben. So helfen Sie auch, das Verkehrschaos durch „Elterntaxis“ zu vermeiden.“

Als Hilfestellung dient die Elternbroschüre  „Weil Kinder keine Bremse haben“, anhand der die Eltern mit ihren Kindern gezielte Verkehrserziehung abgestellt auf den eigenen Schulweg betreiben können. Um gerade auch zugewanderten Familien die Möglichkeit zu geben, verkehrsgerechtes Verhalten zu verstehen und dieses an ihre Kinder weiterzugeben und den Schulweg mit Ihren Kindern einzuüben, hat die Landesverkehrswacht reagiert: Erstmalig gibt es das Elternheft in diesem Jahr 5-sprachig. Mit deutsch, englisch, französisch, arabisch und farsi dürfte ein Großteil der Geflüchteten mit diesem Heft umgehen können.

Insgesamt wendet die Landesverkehrswacht alljährlich für die Aktion 40.000 € auf, die von den Sparkassen mit 20.000 € und vom Verkehrsministerium im Rahmen der Landes­kampagne „Sicher kommt an!“ mit 10.000 € getragen werden. Zusätzlich beteiligen  sich die Sparkassen in diesem Jahr an den Entwicklungskosten für die Neugestaltung der Arbeitsmaterialien sowie erstmalig an den Kosten für die Schulwegplakate.

Auftakt für Kampagne „Willkommen und mobil – Sicher unterwegs im Norden“

Die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein und die Provinzial Nord Brandkasse haben heute – unterstützt von der Landesregierung und dem Nahverkehrsverbund Nah.SH – die landesweite Kampagne „Willkommen und mobil – Sicher unterwegs in Schleswig-Holstein“ gestartet. Bei einer Auftaktveranstaltung in Kiel wurden die Ziele der Aktion vorgestellt und die Schulungsmaterialien an die eingeladenen Vertreter der Kommunen und lokalen Verkehrswachten übergeben.

Gesamt Ansicht Saal

„Sich sicher im Straßenverkehr zu bewegen, den Öffentlichen Personennahverkehr zu nutzen, mit Fahrplänen von Bus und Bahn zurecht zu kommen, noch dazu auf dem flachen Land mit zusätzlichen speziellen Angeboten wie Bürgerbussen klarzukommen: Das ist schon für Einheimische ohne Sprachbarriere nicht immer ganz einfach“, beschreibt Dietmar Benz, Präsident der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein, die Problemlage.

Dietmar Benz Rednerpult

Seine Organisation verfügt über langjähriges Know How bei der Durchführung von Verkehrssicherheitsaktionen – für Kinder und Jugendliche zum Beispiel durch die Aktionen „Sattelfest“ oder „Vorsicht: Toter Winkel“, ebenfalls unterstützt durch die Provinzial. Dass auch für die Zugewanderten etwas getan werden müsse, sei spätestens 2015 klar gewesen, als allein nach Schleswig-Holstein 55.000 Geflüchtete kamen. In den lokalen Landesverkehrswachten haben die ehrenamtlichen Helfer seitdem in 113 Veranstaltungen ihr Wissen vermittelt, darunter auch in viele Fahrradkursen. 1.700 Teilnehmer wurden so bislang erreicht.

vor Kofferübergabe

Die neue Aktion wird von der Provinzial mit 30.000 Euro unterstützt, die für die Erstellung der Unterlagen und die Finanzierung der Schulungskurse bereitgestellt werden. Hinzukommt die Gewährung von Haftpflicht-Versicherungsschutz für Veranstalter und Teilnehmer an den geplanten Schulungsveranstaltungen. Die landesweite Kampagne nimmt den gesamten Öffentlichen Personennahverkehr in den Blick und bündelt in den zur Verfügung gestellten Schulungskoffern in einem anschaulichen bunten analogen und digitalen Medien-Mix zahlreiche Infomaterialien in den Sprachen Deutsch, Englisch, Arabisch und Farsi. Für die Bebilderung gab es eigens ein Foto-Shooting im Straßenverkehr in Kiel mit einer syrischen Familie. Die Schulungen sind an der Praxis orientiert und sollen durch die ehrenamtlichen Helfer der lokalen Verkehrswachten und aus den Kommunen auch an Bahnhöfen und Busbahnhöfen stattfinden.

Für Matthew Wilby, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Provinzial Nord Brandkasse, war es selbstverständlich, dass die Aktion, die in Nordrhein-Westfalen mit Erfolg bereits 2016 angelaufen ist, nun auch durch die Provinzial in Schleswig-Holstein unterstützt wird:

PK Benz Wilby Buchholz Stöcken

„Wir sind seit Anfang der 90er Jahre Partner der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. Es passt zu unserem Engagement für die Region, so einen Beitrag für mehr Verkehrssicherheit und Integration von Zugewanderten zu leisten.“ Der öffentliche Versicherer habe darüber hinaus bereits seit 2016 Räumlichkeiten für Sprachkurse sowie Praktika für Jugendliche und Erwachsene angeboten, um sich in der Integration von Zuwanderern zu engagieren.

Minister

Verkehrs- und Arbeitsminister Dr. Bernd Buchholz dankte der Provinzial für den unternehmerischen Einsatz sowie der Landesverkehrswacht für ihr ebenfalls hohes Engagement: „Mobilität und Orientierung im Straßen- und Schienenverkehr sind wichtige Bausteine zur Integration von Menschen – egal ob sie mit dem Bus, der Bahn, per Rad oder zu Fuß unterwegs sind. Der Gratis-Schulungskoffer ist dafür genau der richtige Werkzeugkasten“, so Buchholz. „Je besser sich Geflüchtete – gerade in einem Flächenland wie Schleswig-Holstein – fortbewegen können, umso günstiger die Chancen auf einen schnellen Einstieg in den Arbeitsmarkt.“

Für die Landeshauptstadt Kiel nahm der Dezernent für Soziales, Gesundheit, Wohnen und Sport, Gerwin Stöcken die Schulungsmaterialien entgegen. Die Anstrengungen der Stadt, Zugewanderten ganz praktisch zu helfen, sich hier besser zurechtzufinden, bekämen so einen zusätzlichen Impuls.

Stöcken

„Viele Regeln und Selbstverständlichkeiten sind Menschen, die in Deutschland aufgewachsen sind, in Fleisch und Blut übergegangen. Für Neu-Bürger ist vieles zunächst unübersichtlich und schwer verständlich. Gerade im Verkehr kann dies schnell sehr gefährlich werden. Deshalb ist es lobenswert, dass sich die Landesverkehrswacht und die Provinzial engagieren und praxistaugliche Materialien entwickelt haben. Dies ist eine wirkliche Unterstützung für die Begleitung der Menschen die aus aller Welt zu uns geflüchtet sind. Ich sage für die Landeshauptstadt Kiel und die Kommunen: Herzlichen Dank!“

Im Verlauf der Veranstaltung mit rund 100 Teilnehmern hatten zudem Praktiker aus der Arbeit mit Geflüchteten über ihre Erfahrungen berichtet, zum Beispiel Marc-Philipp Waschke, Referent für Geflüchtete und zugewanderte Menschen vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat e.V. Er verdeutlichte, dass die Thematik auch vor dem Hintergrund tödlicher Unfälle von Geflüchteten im Straßenverkehr weiterhin ernst genommen werden müsseKoffer

Lichttest 2017: Eröffnung der größten Verkehrssicherheitsaktion

Am 29. September 2017 eröffnete der Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus,  Dr. Bernd Buchholz die gemeinsame Verkehrssicherheitsaktion von den Meisterbetrieben der Kfz-Innungen und der Landesverkehrswacht in Schleswig-Holstein.

Vom 1. bis 31. Oktober überprüfen die rund 1.200 Meisterbetriebe der Kfz-Innungen in Schleswig-Holstein im Zuge des „Licht-Tests 2017“ kostenlos die Beleuchtungsanlage am Fahrzeug.  Mit bundesweit rund 37 740 teilnehmenden Innungsbetrieben, ist der Aktionsmonat „Licht-Test“ Deutschlands größte Verkehrssicherheitsaktion.

Bjoern Felder erklärt dem Minister den Lichttest_m_Plakette

Die dunkle Jahreszeit mit Regen, Nebel und Schnee erschwert die Sicht. Dabei sind Sehen und Gesehen werden das A und O im Straßenverkehr. „Ziel dieser Aktion ist es, das Bewusstsein der Autofahrer für korrekte Fahrzeugbeleuchtung zu schärfen. Jeder sollte rechtzeitig an die Folgen der ungünstigeren Licht-, Wetter- und Straßenverhältnisse denken und sein Fahrzeug prüfen lassen.“ so Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer vom Verband des Kfz-Gewerbes Schleswig-Holstein.   Bei Dunkelheit und Dämmerung ereignen sich mehr Unfälle, als nach den Verkehrsbelastungen zu erwarten wäre. Dabei nimmt das Verkehrsaufkommen am frühen Abend, nachts und im Morgengrauen durch veränderte Arbeits- und Freizeitgewohnheiten beständig zu. „Deswegen unterstützen wir als Land diese Aktion im Sinne der Verkehrssicherheit. Unter anderem hängen im Oktober an den Autobahnbrücken im Lande Banner, die auf den Lichttest aufmerksam machen und auf die Wichtigkeit einer einwandfreien Fahrzeugbeleuchtung hinweisen.“ erklärte Minister Buchholz.

Damit Autofahrer sicher unterwegs sind, sollten sie ihr Licht am Auto fachmännisch kontrollieren lassen. Vom 1. bis 31. Oktober überprüfen Meisterbetriebe der Kfz-Innungen im Zuge des „Licht-Tests 2017“ kostenlos die Beleuchtungsanlage. Nach der Terminvereinbarung werden acht Bestandteile der Fahrzeugbeleuchtung auf Funktion und richtige Einstellung geprüft, erklärte der regionale Kreishandwerksmeister und Inhaber des Autohauses Firma Paul Felder GmbH, Björn Felder. „Häufig sind die Fehler schnell und kostenlos behoben. Nur wenn Ersatzteile eingebaut werden müssen oder umfangreiche Einstellarbeiten notwendig sind, fallen Kosten an.“ Die Licht-Test-Plakette dokumentiert dann die einwandfreie Funktion der Beleuchtung. Bei Polizeikontrollen haben Autos mit Plakette freie Fahrt.

„Offenbar sind immer noch zu viele Unbelehrbare unterwegs“, weiß Elisabeth Pier, Vizepräsidentin der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. „Deshalb ist es richtig, die Lichtmuffel intensiv ins Visier zu nehmen.“ Bei der Aktion „Licht-Test 2016“ von Kfz-Gewerbe und Verkehrswacht war die Beleuchtung von 33,2 Prozent der überprüften Pkw auf Schleswig-Holsteins Straßen fehlerhaft. Bundesweit waren es rund 32 Prozent. Das wären auf den Pkw-Bestand hochgerechnet fast 15 Millionen Fahrzeuge auf deutschen Straßen, die die Sicherheits-Vorgaben nicht erfüllen. Jedes zehnte (9,6 %) Fahrzeug blendet den Gegenverkehr, und fast ebenso viele leuchten die Straßen mit zu niedrig eingestellten Scheinwerfern (8 %) nicht aus – gerade in der dunklen Jahreszeit ein hohes Sicherheitsrisiko!