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„Pass auf: toter Winkel“ –  Großveranstaltung am Kulturwerk Norderstedt

Provinzial und Landesverkehrswacht warnen vor unterschätzter Gefahr

Auf dem Parkplatz am Kulturwerk in Norderstedt veranstaltet die Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein mit Unterstützung der Provinzial heute eine Großveranstaltung im Rahmen der Kampagne „Pass auf : toter Winkel“: Zwölf große LKW stehen gleichzeitig für eine Schulung bereit – und ebenso viele Schulklassen mit insgesamt rund 300 Kindern werden praxisnah und handlungsorientiert an den LKW über die Ursachen der Unfälle des sogenannten „Toten Winkels“ aufgeklärt, um so verkehrssicheres Verhalten zu stärken.

Dazu sind alle LKW mit Planen ausgestattet, die an der Beifahrerseite ausgelegt, die Fläche der Unsichtbarkeit im toten Winkel sichtbar machen. Zusätzlich wird ein Zebrastreifen vor dem LKW ausgelegt, um auch die Gefahren zu verdeutlichen, die beim Queren direkt vor einem LKW warten.

Alle Klassen können mit speziell geschulten Moderatoren „ihren“ LKW besichtigen, mit dem Fahrer sprechen und die Kinder sehen und erleben selbst vom LKW-Fahrersitz aus, wie wenig sie im Bereich des toten Winkels sehen können. Umrahmt werden die Schulungsdurchgänge von den Mitmach-Liedern „Sebastian, der LKW-Fahrer“ und der „Tote Winkel“, die der Liedermacher Grünschnabel (Burkhardt Wegner) im Auftrag der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein für das Projekt „Pass auf: toter Winkel“ erdacht und vertont hat. Diese Lieder liegen für die weitere Nutzung der Schulen auf CD vor.

Die Provinzial Nord Brandkasse unterstützt das Projekt als Partner der Landesverkehrswacht. Während der Auftaktveranstaltung überreichte Christoph Dohr, Hauptabteilungsleiter Schadenprävention im Provinzial Konzern, Warnwesten und Postkartenblocks für jedes Kind: „Die Verkehrssicherheit der Menschen und präventives Verhalten im Land zu fördern, ist uns als öffentlicher Versicherer ein sehr wichtiges Anliegen. Daher unterstützen wir seit über 30 Jahren die Fahrradausbildung der Grundschülerinnen und Grundschüler in Kombination mit dem Projekt „Pass auf: toter Winkel“ aus voller Überzeugung an der Seite unseres Partners, der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein. Wir sind überzeugt, dass die Schulung insbesondere von Kindern und Jugendlichen dazu beiträgt, sie verkehrssicher aufzustellen. Diese praxisnahen Eindrücke nehmen die Verkehrsschüler mit in ihre Familien und zu Freunden und teilen ihren Wissensschatz – denn im Verkehr aufeinander aufzupassen und Rücksicht zu nehmen ist eine Aufgabe für uns alle gemeinsam.“

Die Postkartenblocks greifen das Thema moderne, umweltfreundliche Mobilität auf und ergänzen die Verkehrserziehung der Kinder um weitere Aspekte sicherer Fortbewegung. Sie können in Schulen und Familien genutzt werden, um gemeinsam über Alltagssituationen im Straßenverkehr zu sprechen und den Blick der Kinder für unterschiedliche Perspektiven – ob zu Fuß, mit dem Rad oder im Auto – zu schärfen.

Die Aktion erhält zudem Unterstützung vom Landes-Verkehrsministerium. Staatssekretärin Julia Carstens verwies darauf, dass der tote Winkel trotz technischer Hilfsmittel wie Abbiegeassistenzsystemen und zusätzlicher Lkw-Spiegel weiterhin ein erhebliches Sicherheitsrisiko darstelle. Daher sei die Aufklärung besonders gefährdeter Verkehrsteilnehmer, allen voran von Kindern, von großer Bedeutung. Carstens dankte allen Beteiligten für ihren Einsatz und hob insbesondere das Engagement der Speditionen sowie ihrer Fahrerinnen und Fahrer hervor.

“Pass auf: toter Winkel!“, lautet der Titel einer gemeinsamen Kampagne der Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein und der Provinzial Nord Brandkasse, die seit 2015 läuft. Im Rahmen dieses Verkehrssicherheitsprojektes geht die Landesverkehrswacht mit ihren Moderatoren gezielt an die Schulen, um mit Kindern das richtige Verhalten in diesen Situationen zu üben. Diese Schulungen sollen auch in diesem Jahr wieder verstärkt werden, die heutige Auftaktveranstaltung ist hierfür der Startschuss.

Trotz aller Aufklärungsarbeit und aller technischen Erneuerungen, wie zum Beispiel Abbiege-Assistenz-Systeme und Connectivity-Systeme – spielt der sog. „Tote Winkel“ bei allen Fahrzeugarten eine nach wie vor unterschätzte Gefahr. Insbesondere beim Spurwechsel, vor allem aber beim Rechtsabbiegen können die „Tote-Winkel-Zonen“ bei Fahrzeugen zu schweren Unfällen führen. Vornehmlich sind die sog. „ungeschützten Verkehrsteilnehmer“, also Fußgänger und Radfahrer, davon betroffen.

Die Aktion richtet sich gezielt an die Grundschulen sowie die Orientierungsstufe: Auf spielerische, kindgerechte Art sollen die Kinder an die möglichen Gefahrensituationen, die sich generell beim Rechtsabbiegen an Kreuzungen und Einmündungen durch den „Toten Winkel“ ergeben können, herangeführt werden.

Hauptintention ist natürlich, zukünftige Unfälle – verursacht durch den „Toten Winkel“ – im Straßenverkehr zu verhindern.

Dem LKW-Fahrer „Sebastian“ ist auch ein eigener Song auf der CD der Landesverkehrswacht gewidmet, der zweite Song befasst sich dann mit dem eigentlichen Problem „toter Winkel“. Die CD enthält mehrere Fassungen der beiden Lieder, so dass sie neben dem Verkehrsunterricht auch für Musik und Chorgesang oder für spezielle Auftritte genutzt werden können.

Mit dieser Großaktion will die Landesverkehrswacht neben der Schulung der Kinder auch öffentlich auf die Gefahren im „toten Winkel“ aufmerksam machen, denn auch Erwachsene verunfallen jedes Jahr wieder im toten Winkel mit schweren, oft tödlichen Folgen.

(Fotos: WIWIPHOTO & FILM – Ulrich Wirrwa)