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„Lastenradfahren mit Köpfchen – Wissen schützt“

Landesverkehrswacht und Provinzial starten Kampagne für sicheres Fahren mit dem Lastenrad

Längst sieht man sie überall im Straßenverkehr, überwiegend in Städten: Eltern, die ihre Kinder mit Lastenrädern in die Kita oder Grundschule bringen. Auch Einkäufe im Supermarkt werden oftmals so transportiert. Eine günstige und klimaschonende Alternative zum Auto, die noch dazu Spaß macht. Größe, Gewicht und Lenkung unterscheiden sich von herkömmlichen Rädern – das stellt besondere Anforderungen an Fahrende.  Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein und Provinzial wollen mit ihrer Kampagne aufklären und Unfällen vorbeugen. Die dafür produzierten kurzen Videoclips wurden heute bei der Auftaktveranstaltung in Kiel vorgestellt. Hauptprotagonist dabei: Der aus dem NDR SH-Magazin bekannte Samir Chawki.

Infomaterialien wie Flyer oder ein gemeinsam mit Comic-Zeichnern gestalteter Postkartenblock gehören ebenso zur Kampagne wie von der Landesverkehrswacht angebotene Lastenradtrainings.

Besondere Umsicht ist insbesondere geboten, wenn Kinder im Lastenrad transportiert werden. Nach dem Ergebnis einer wissenschaftlichen Studie der Unfallforschung der Versicherer (UDV) sind Lastenfahrräder für den Transport von Kindern nicht immer ausreichend geeignet. Eltern nutzen überwiegend dreirädrige Einstiegsmodelle. Diese sind schwer zu fahren und hochgradig kippanfällig. Sie bieten den Kindern bei einem Unfall keinerlei Schutz für Kopf und Oberkörper. Hinzu kommt, dass nicht alle Kinder einen Helm tragen und oft nicht korrekt angegurtet sind.

Claus Ruhe Madsen, Minister für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus des Landes Schleswig-Holstein: „Lastenräder haben ohne Frage viele Vorteile und erlauben Mobilität, die sonst nur mit dem Auto möglich war. Wie bei jedem neuen Fortbewegungsmittel gilt: Das Fahren damit muss gelernt sein, vor allem wenn Kinder damit transportiert werden. Der Verkehrssicherheitsbericht 2025 hat gezeigt, dass mehr Kinder bei Unfällen verletzt wurden. Das müssen wir dringend ändern und deshalb bin ich sehr dankbar, dass mit dieser Kampagne Aufmerksamkeit auf die Sicherheit bei

Lastenfahrrädern gelenkt wird. Ich appelliere an alle Verkehrsteilnehmenden, immer und zu jeder Zeit vorsichtig zu sein und aufeinander zu achten.“ 

Auch das Beladen und Lenken eines Lastenrades will geübt sein. Gefährliche Situationen entstehen durch die Länge und den größeren Wendekreis von Lastenrädern. Beim Longjohn steht der Transportkorb schon mitten auf der Kreuzung, bevor der Querverkehr eingesehen werden kann. Auch der Begegnungsverkehr von breiten Lastenfahrrädern auf Radwegen kann problematisch werden.

Hier im Sinne der Prävention anzusetzen, hält Matthias Naumann, Bevollmächtigter Politik und Öffentlichkeitsarbeit der Provinzial Nord Brandkasse, für besonders wichtig:

„Unsere Devise heißt: Wissen schützt. Die neue Kampagne ergänzt die von uns seit vielen Jahren geförderten Verkehrssicherheitsmaßnahmen der Landesverkehrswacht wie die Aktion Sattelfest, der Fahrradführerschein für Viertklässler, oder die Aktion Toter Winkel, welche Kinder für die Unfallgefahren im Zusammenhang mit abbiegenden Lkws sensibilisiert.“

Lastenrad ist nicht gleich Lastenrad, jedes Modell hat seine eigenen Fahreigenschaften – beim Auftakttermin konnte dies ganz praktisch auf dem Schulhof des Regionalen Berufsbildungszentrums am Schützenpark ausprobiert werden. „Bevor man sich mit einem Lastenrad in den Straßenverkehr wagt, ist es ratsam, sich in einem geschützten Bereich mit dem Gefährt vertraut zu machen und kleine Fahr-, Lenk- und Bremsübungen zu absolvieren. Und das am besten zunächst ohne und dann auch mit Beladung. Die Landesverkehrswacht bietet dazu spezielle Trainings an“, so Elisabeth Pier, Vizepräsidentin, Landesverkehrswacht Schleswig-Holstein.

Die Aktion „Lastenradfahren mit Köpfchen – Wissen schützt“ greift weitere Themen auf wie Ladungssicherheit, Verkehrsregeln oder rechtliche Aspekte. Sie will aufklären und Unfälle vermeiden, aber auch Lust darauf machen, mit dem Lastenrad Fahrten mit dem Pkw zu ersetzen.